Einflüsse durch unsere Eltern und Familie


Den größten Einfluss auf unsere Entwciklung haben unsere Eltern, Familie.

Unsere Eltern / engsten Bezugspersonen

 

  • Was haben sie selbst erlebt und wie gehen sie damit um?
  • Wie reflektiert und authentisch waren / sind sie?
  • Wie gereift und stabil waren / sind sie in ihrer eigenen persönlichen Entwicklung?
  • Was haben sie für einen Charakter?
  • Wie war / ist ihr Blickwinkel und ihre Sichtweise auf die Welt?

 

Wir sind von Natur aus mit Selbstliebe ausgestattet. Und mit einem Lebenswillen. Wir wollen wachsen, gedeihen und uns und das Leben entdecken. Wir sind auf dem Weg / im Laufe unserer Entwicklung zu einem erwachsenen, selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Menschen, vielen Einflüssen von außen ausgesetzt, insbesondere dem Einfluss unserer Eltern, unseren wichtigsten Bezugspersonen während unserer Kindheit.

 

Ihre eigene persönliche Entwicklung, ihre innere Stabilität sowie ihr Blickwinkel auf die Dinge gaben uns den Rahmen / Spielraum für das Wachstum unserer Seele / die Entfaltung unserer Persönlichkeit.

 

Um eine stabile Beziehung / (Ver-) Bindung zu uns selbst entwickeln zu können und um ein gesundes Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl reifen lassen zu können, benötigen wir am Anfang eine stabile und liebevolle Beziehung / Bindung zu unseren Eltern.

 

Selbst-Reflektion / Fragen an sich selbst:

  • Wurde ich als Baby im Bauch schon angenommen? War ich willkommen und gewollt?
  • In welcher Verfassung war die Mutter in dieser Zeit? Wie verlief die Geburt? Wie zugewandt und empathisch war die Mutter besonders in den ersten 3 Jahren?
  • Habe ich mich bedingungslos geliebt gefühlt?
  • Auf was haben meine Eltern Wert gelegt?
  • Wann haben sie zugehört und sich wirklich für MICH interessiert?
  • Wann haben sie mir ihre Aufmerksamkeit geschenkt und wann wurde ich bestraft / abgewertet bzw. missachtet?
  • Haben sie mich als Person angenommen wie ich bin oder wurde ich bewertet? Was wurde von mir (auch unausgesprochen) erwartet? Musste ich mir bestimmte Verhaltensweisen aneignen oder vielleicht auch weglassen / unterdrücken (unbewusst) um geliebt, anerkannt und wertgeschätzt zu werden?

Wir entwickeln als Kind (unbewusst) ein Muster mit bestimmten Verhaltensweisen, weil es uns am Anfang unseres Lebens nützlich war, ja regelrecht überlebenswichtig. In einigen Fällen kann man es tatsächlich „Überlebensstrategie“ nennen, um angenommen, geliebt und wertgeschätzt zu werden. Wir verhalten uns so, wie es von den Eltern (unbewusst) erwartet wird. Wie sie es selbst aushalten können und für sich brauchen.

Die Bindung zu unseren Eltern ist wichtiger als die zu uns selbst, da wir auf sie angewiesen sind. Wir übernehmen als Kind  sozusagen die Verantwortung für diese Bindung, wenn die Eltern es nicht auf eine gesunde und stabile Art und Weise getan haben.

Wir entwickeln mit unserem jeweiligen Charakter eine Strategie / ein Denk,- und Verhaltensmuster, dass uns dabei hilft, die notwendige Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit zu bekommen, die wir benötigen und die wir für eine gesunde Entwicklung brauchen. Indem wir uns anpassen oder dagegen rebellieren.

 

So kam es, dass wir uns von uns selbst entfernt / getrennt haben und das Leben bis heute als solches als getrennt erleben. Wir unterscheiden in gut und böse, in falsch und richtig, in „in Ordnung“ und in „nicht in Ordnung“, wenn wir es selbst nicht anders erlebt haben.

 

Je intensiver dieser Prozess betrieben werden musste, umso weniger konnten wir den Kontakt zu uns selbst stabilisieren. Denn unsere ganze Aufmerksamkeit und Kraft richtete sich auf die Bindung zu unseren wichtigsten Bezugspersonen. Die schlimmste Art und Weise dieses „Prozesses“, dieser Entwicklungsbeeinträchtigung ist es, wenn ein Kind physisch und/oder psychisch misshandelt wurde. In solchen Fällen ist es allgemein nachvollziehbar, dass sich die Persönlichkeit nicht gesund entwickeln kann.

Wir können jedoch auch schon bei "harmloseren“ Beeinträchtigungen auf dem Weg zum Erwachsenwerden den Kontakt zu uns selbst verlieren.

 

Es wird vermittelt, transportiert, suggeriert, anerzogen, auferlegt…subtil und subjektiv… meistens unbewusst, dass wir Erwartungen erfüllen sollen, etwas leisten sollen, gut und richtig sein sollen oder stark sein sollen um anerkannt und geliebt zu werden. Dass wir nur in Ordnung sind, wenn wir uns so und so verhalten und wenn wir bestimmte Regeln einhalten. .... Am Ende bleibt vor allem eine Grundeinstellung über sich selbst bei dem Kind verankert: 

Ich bin so wie ich bin nicht richtig. ich muss mich so verhalten wie es von mir erwartet wird.

 

All das entwickelt sich zu einem Konstrukt, der uns wie einen Kokon / Käfig umgibt, und wenn wir dann zu jungen Erwachsenen heran gewachsen sind, nehmen wir das als unsere Identität an. Unsere Entwicklung / Prägung ist nun offiziell abgeschlossen. Wir sind jetzt frei und können selbstbestimmt leben. Und das erwartet dann auch jeder. Wir selbst eingeschlossen. Nur entspricht das oft nicht der Realität, denn schon bald merken wir unsere Grenzen. Wir stehen uns im Weg mit unbewusst übernommenen Grundhaltungen, Einstellungen, Erwartungshaltungen. Unser Selbstbewusstsein / Selbstbild ist gestört oder programmiert. Was auf dem Weg zum Erwachsenen verloren gegangen ist der Mensch, der mit ganz bestimmten und individuellen Eigenschaften auf diese Welt gekommen ist. Aber das merken wir (erst) nicht. Egal was wir dann machen oder wohin wir gehen, wir nehmen unsere Entwicklung, unsere Prägung, unsere Muster, angelernten Verhaltensweisen, übernommenen Glaubenssätze / Grundeinstellungen, die an uns gestellten Erwartungen…unsere aufgesetzte Identität mit.

In die Familie, die wir selbst gründen, in den Beruf oder unser erwachsenes Umfeld.

Und je älter wir werden und je mehr wir all die Blockaden verdrängen, umso mehr holen sie uns ein. So sehr wir uns auch davon distanzieren wollen. Besonders wenn wir selbst Kinder haben, fangen wir bewusst oder unbewusst an, uns mit unserer eigenen Vergangenheit und Prägung auseinander zu setzen.

 

Wären wir bei unserer Entwicklung einfach nur dabei unterstützt und gestärkt worden, zu sein wer wir sind und wären wir unter entwickelten, erwachsenen Vorbildern aufgewachsen, hätten wir uns selbst entdecken und kennen lernen können. Wir könnten uns so annehmen wie wir sind, mit all dem was zu uns gehört. Wir hätten Grenzen kennen gelernt, in dem die Menschen um uns herum ihre eigenen Grenzen gesetzt hätten. So hätten wir uns gesund und stabil zu der Persönlichkeit entwickeln können, mit der wir auf diese Welt gekommen sind.

 

Doch die meisten heutigen Erwachsenen haben durch die eigene Familiengeschichte andere Einflüsse erlebt.

 

In den letzten Jahrhunderten und in vielen Teilen der Erde gab es kaum eine Generation die nicht geprägt war von Krieg, Unterdrückung oder dem Kampf um die eigene Existenz.

Zeit und Raum für menschliche Entwicklung waren kaum möglich. Es ging vorrangig um Überleben nicht um Leben. Fast jeder Mensch hat zum Teil schreckliche Dinge erfahren, selbst ausgeführt oder miterlebt. All diese Erlebnisse und die dadurch entstandenen Verletzungen, Wunden sowie Mangelerfahrungen wurden unbewusst sowie oft unverarbeitet und unreflektiert an die nächste Generation weiter gegeben.

 

Besonders die unausgesprochenen Erlebnisse und Erfahrungen gingen in das Unterbewusstsein der Kinder über. Ein Kind geht ganz selbstverständlich davon aus, dass es für schwierige Situationen verantwortlich ist. Sind Eltern nicht in ihrer gesunden seelischen Reife angekommen (was in den letzten Generationen eher selten der Fall war), übernimmt das Kind automatisch die Verantwortung für die Bindung zu ihnen, denn sie sind auf diese Bindung / Beziehung angewiesen.

 

So hat die nachfolgende Generation unbewusst diese Last und Verantwortung übernommen, da sich die Eltern oder schon die Großeltern damit nicht heilend auseinander gesetzt haben. Sie waren noch nicht soweit. Es war nicht "üblich" sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Auf physischer, seelischer wie auch mentaler Ebene wurden all die vergangenen Traumatas weitergegeben.

 

Wie groß die Last des Einzelnen ist, hängt von den Erlebnissen, der eigenen Veranlagung und der Bereitschaft für Entwicklung der Eltern ab. Grundlegend wurde aber in den vergangenen Zeiten in erster Linie weiter gegeben, dass wir auf die Welt gekommen sind, um die Erwartungen unserer Eltern und der Gesellschaft zu erfüllen. Dass Selbstliebe Egoismus ist und dass es darauf ankommt, ein gutes Mitglied der Gemeinschaft zu werden. Was uns im Einzelnen glücklich macht, spielte keine Rolle.

 

Diese Last tragen wir bis heute in uns und sie ist der Grund warum wir nicht in unseren inneren Frieden kommen. Warum wir das Leben oft als Kampf oder Last empfinden. Warum wir das Gefühl haben etwas leisten oder sein zu müssen, um geliebt zu werden. Wir wurden sozusagen über Generationen hinweg von unserer wahren Natur ferngehalten. Dem liebenden und bewussten Schöpfer in uns.

 

Wir sind auf der ständigen (unbewussten) Sehnsucht / Suche nach dieser bedingungslosen (Mutter) Liebe. Jene die wir als Kind oft nicht so bekommen haben, wie wir sie gebraucht hätten.

Sodass wir oft aus der Perspektive eines noch verletzten Kindes reagieren anstatt aus der Ebene eines Erwachsenen zu entscheiden und zu handeln.

 

Erst wenn wir uns diesen verdrängten Gefühlen wie z.B. den Ängsten, den Zweifeln, dem Ohnmachtsgefühl stellen und ihnen nicht mehr ausweichen, werden sie uns auch nicht mehr unbewusst beherrschen. Wenn wir bereit sind, uns unsere inneren alten Verletzungen und geprägten Muster anzuschauen und uns dessen bewusst machen, um sie dann loszulassen bzw. heilen zu können, werden wir selbstbestimmte und selbstverantwortliche erwachsene Menschen, die mit sich selbst im Reinen sind.

(siehe auch: Innere Transformation)

 

Es ist der ewige Kampf gegen uns selbst, den wir jetzt beenden können.

 

Selbstakzeptanz und Selbstliebe ist die Basis,

um eine Gesellschaft friedvoll gestalten zu können. 

 

Jetzt sind wir in einer Zeit angekommen, in der wir dies erfahren und umsetzen können. Somit geben wir nicht nur uns selbst das größte Geschenk, sondern wir leisten auch einen wesentlichen Beitrag für eine positive Veränderung in unserer Gesellschaft.